SO SEHEN ARVERIO EISENBAHNERINNEN IHRE BRANCHE
Etwas mehr als jede fünfte Person mit Eisenbahnberuf ist weiblich. Eine Männerbranche also? Ganz und gar nicht, finden Triebfahrzeugführerin Angelika, Fachkoordinatorin der Personaleinsatzplanung Janine und Zugbegleiterin Melanie. Zum Weltfrauentag am 8. März teilen sie ihre persönliche Perspektive auf die Branche mit dir.
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- Galerie Weltfrauentag
Da wusste ich, dass die Eisenbahnbranche die richtige für mich ist:
Angelika: Bei der ersten Schnupperfahrt. Ich durfte das erste Mal den echten Führerstand von innen sehen und erleben. Das Gefühl war einfach nur WOW!
Janine: So nach einem halben Jahr, als ich richtig in der Personaleinsatzplanung angekommen bin. Da habe ich gemerkt, dass die Eisenbahn eine eigene kleine Welt und charmante Familie ist. Das ganze Personal brennt richtig für die Eisenbahn und das ist einfach nur schön.
Melanie: Mir war schnell klar: Der Zusammenhalt ist unglaublich stark! Das habe ich noch nirgendwo so erlebt. Wir sind immer ein starkes Team, können uns aufeinander verlassen. Das motiviert total! Außerdem liebe ich die Streckenvielfalt und freue mich jeden Tag auf neue Fahrgäste.
In diesen Situationen musste ich mich in der Branche besonders behaupten:
Angelika: In der Eisenbahnbranche fühle ich mich als Frau überhaupt nicht unwohl – ganz im Gegenteil. Viele meiner Fahrgäste sind begeistert davon, dass eine Frau den Zug steuert. Auch meine Kolleg:innen sind immer hilfsbereit und stehen mir in jeder Situation zur Seite. Diese Arbeit ist längst nicht mehr nur ein Männerberuf, sondern eine spannende und erfüllende Tätigkeit für alle, die sich dafür begeistern.
Janine: Ein Kollege und ich teilen uns ein Büro. Es passiert immer wieder, dass Männer das Büro betreten und konsequent den Mann im Raum ansprechen, obwohl ich die richtige Ansprechpartnerin bin. Das ist nur ein kleines Beispiel, aber ich musste mir mein Standing beim Personal schon erarbeiten und mein Können beweisen.
Melanie: Als ich ganz frisch dabei war, habe ich mir viele Gedanken gemacht. Habe ich zu wenig Erfahrung? Wie wirke ich auf die Lokführer:innen mit viel Erfahrung? Da habe ich mir selber Druck gemacht, um zu zeigen, was ich draufhabe und kann. Ich habe aber schnell gemerkt: Im Arverio Team supporten sich alle gegenseitig. Wir halten zusammen!
Diese besondere Herausforderung erlebe ich als Frau im Schienenalltag:
Angelika: Manchmal fühle ich mich auf dem Weg zur Nachtschicht komisch. Aber so würde es mir als Frau auch in anderen Branchen gehen, das hat nichts mit dem Beruf zu tun. Ich fühle mich im Schienenalltag sicher und respektiert, sowohl von meinem Team als auch von den Fahrgästen.
Janine: Noch ein Beispiel aus dem Büroalltag. Geht es um Themen wie Ordnung und Organisation, werde als erstes ich angesprochen – und nicht meine männlichen Kollegen. Dabei nutzen beispielsweise eine Büroküche alle gleichermaßen. Es fühlt sich an, als würde von mir als Frau erwartet, dass ich mich um solche Dinge kümmern müsste. In solchen Situationen habe ich schon das Gefühl, dass man sich als Frau behaupten muss. Mittlerweile fällt es mir aber deutlich leichter, für mich einzustehen.
Melanie: Manche Fahrgäste diskutieren mit einer weiblichen Zugbegleiterin deutlich mehr und intensiver als mit männlichen Kollegen. Wenn beispielsweise jemand ohne passenden Fahrschein in der 1. Klasse sitzt, muss ich mich regelmäßig besonders behaupten.
Das muss sich in der Eisenbahnbranche in puncto Gleichberechtigung noch tun:
Angelika: Für mich ist es schon gut, so wie es ist. Ich bin hier einfach glücklich. Ich bin noch nie in meinem Leben so gerne arbeiten gegangen.
Janine: Wir sollten mehr Frauen die Angst davor nehmen, sich zu behaupten und in einer Männerdomäne zu arbeiten. Denn es rentiert sich! Ich weiß es mittlerweile echt zu schätzen. Es wird sehr direkt kommuniziert und am Ende kommt man immer zu einer Lösung. Außerdem wünsche ich mir mehr Austausch zwischen den Frauen – je mehr Frauen es gibt, desto einfacher wird es, sich gegenseitig zu motivieren und damit Gleichberechtigung zu pushen. Auch was weibliche Führungskräfte in der Branche angeht! Ich begegne in unserem gesamten Betrieb Frauen, sei es nun beim Fahrpersonal oder in der Verwaltung, die ich einfach wahnsinnig inspirierend finde. Wenn die sich ihr Standing erarbeitet haben und bei sich sind, dann inspiriert mich das persönlich auch wahnsinnig.
Melanie: Ich wünsche mir mehr Frauen in Führungspositionen! Man sieht es doch im Zug: Frauen und Männer arbeiten super zusammen. Wieso sollte es also nicht in allen Bereichen klappen? Ich glaube, das würde viele Frauen dazu inspirieren, sich mehr zuzutrauen. Wir brauchen mehr Vorbilder!
Das möchte ich Frauen, die sich für die Branche interessieren, gern zum Weltfrauentag sagen:
Angelika: Probiert’s aus! Herausforderungen gibt es in jedem Beruf. Aber wenn ihr Motivation und Durchhaltevermögen habt, dann werdet ihr hier wertgeschätzt. Und eins kann ich versprechen: Langweilig wird es nie!
Janine: Traut euch! Es lohnt sich, diesen Schritt zu gehen, sich zu beweisen, dass man gut im Job ist. Denn man bekommt echt viel zurück: Als Triebfahrzeugführerin sieht man täglich wunderschöne Strecken, als Kundenbetreuerin hat man viel Kontakt mit interessanten Menschen, in der Verwaltung gestaltest du aktiv den Betrieb mit und setzt dich für das Personal ein. Es rentiert sich wirklich, den Schritt in diese Männerdomäne zu machen – denn es ist einfach richtig schön hier.
Melanie: Liebe Frauen, momentan sind nur gut 20 % der Eisenbahner:innen weiblich! Da geht noch mehr! Falls ihr einen abwechslungsreichen Job und ein tolles Team sucht, dann kommt gerne zur Eisenbahn – egal in welche Position!
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